Kinder

Unfallchirurgie

Direktor:
Prof. Dr. med. Mario Perl, MHBA

Das verletzte Kind

Die Kindertraumatologie hat bei uns einen besonderen Stellenwert als eigenständiger Teil der Unfallchirurgie. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen und bedürfen spezieller Therapie und Kenntnisse. Zur Behandlung verletzter Kinder müssen die speziellen Gegebenheiten des wachsenden Skelletts berücksichtigt werden. Ziel ist die kindgerechte Versorgung sämtlicher Verletzungen und Unfallfolgen im Kindes- und Jugenalter.

Knochenbrüche im Kindesalter heilen häufig schneller, oftmals kann sogar auf eine Operation verzichtet werden. Abhängig vom Alter und der Verletzung des kleinen Patienten besteht allerdings das Risiko einer Funktionseinschränkung oder Fehlwachstums.

Die häufigsten Frakturen stellen distale Radiusfrakturen dar. Hier kann die Therapie oft konservativ erfolgen. Sollte eine Operation nötig sein kommen meist schonende Drahtspickungen zum Einsatz.

Schaftfrakturen, dabei v.a. Unterarm- und Unterschenkelschaftfrakturen gehören zur zweithäufigsten Gruppe. In diesem Falle wird der Knochenbruch geschlossen reponiert und mittels "elastisch stabilen Markraumnägeln" (ESIN) stabilisiert.

Seltener sind Brüche des Oberarms, hier vor allem suprakondyläre Humerusfrakturen. Diese Frakturen können bei Belassen oder Entwicklung eines Drehfehlers zu Instabilität und Abkippen der Frakturfragmente führen.Auch hier kann die Fraktur durch eine perkutane Drahtspickung gut gestellt werden.Besonders wichtig bei kindlichen Brüchen oder einem gestürzten Kind ist Berücksichtigung der Wachstumsfugen (Epiphysenfuge). Dabei kann die Epiphysenfuge komplett oder nur teilweise zerstört sein, was im konventionellen Röntgenbild oft nur schwer zu beurteilen ist. Dies kann unbehandelt zu Fehlwachstum oder frühzeitigem Schluss der Wachstumsfuge führen. Eine korrekte anatomische Stellung der Fugenplatte muss daher unbedingt erreicht werden.