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Unfallchirurgie

Direktor:
Prof. Dr. med. Mario Perl, MHBA
Uni-Klinikum, Unfallchirurgie

Erstklassige Versorgung in der ersten Bundesliga

Uni-Klinikum Erlangen und SpVgg Greuther Fürth starten in die neue Bundesligasaison – neue Forschungsprojekte angestoßen

Der medizinische Kooperationsvertrag zwischen dem Universitätsklinikum Erlangen und der Spielvereinigung (SpVgg) Greuther Fürth startet am heutigen Freitag (13. August 2021) in die erste Bundesliga. Hauptansprechpartner für die Kleeblatt-Kicker vor, während und nach jedem Spiel ist das Team der Unfallchirurgischen Klinik – Orthopädische Chirurgie unter der Leitung von Prof. Dr. Mario Perl. „Wir unterstützen das Kleeblatt auch im Liga-Oberhaus mit den professionellen Strukturen des Uni-Klinikums Erlangen“, freut sich Dr. Stefan Söllner von der Unfallchirurgie. Er ist offizieller Mannschaftsarzt der Fürther Kicker und spielt selbst Fußball, seitdem er vier Jahre alt ist. „Die erste Bundesliga erfordert Höchstleistungen von den Profis, und auch wir sind rund um die Uhr mit unserem gesamten Know-how gefragt. Wir sind jedoch nur ein Teil eines großen multiprofessionellen Teams“, so Dr. Söllner weiter. Gemeinsam mit dem Allgemeinmediziner Dr. Pascal Oppel, der lange am Uni-Klinikum tätig war, betreuen die Erlanger Unfallchirurginnen und Unfallchirurgen sowohl die Profifußballer als auch die jungen Spielerinnen und Spieler der U17-, U19- und U23-Mannschaften des Nachwuchsleistungszentrums.
In Diagnostik, Therapie und Forschung immer am Ball: Klinikdirektor Prof. Dr. Mario Perl (r.), Mannschaftsarzt Dr. Stefan Söllner (l.) und das Team der Unfallchirurgischen Klinik – Orthopädische Chirurgie des Uni-Klinikums Erlangen. Mit einem Hochleistungs-Computertomografen wie diesem lassen sich u. a. feinste knöcherne Verletzungen sichtbar machen. Foto: Michael Rabenstein/Uni-Klinikum Erlangen

„Bei jeder Bundesligapartie der Profis sind Dr. Oppel oder ich am Platz dabei, um die Spieler bei Bedarf sofort medizinisch versorgen zu können“, erklärt Stefan Söllner. „Neben dem Platz engagiert sich zusätzlich ein großes interdisziplinäres medizinisches Team für die Gesundheit unserer Spieler. Denn diese ist die Grundlage für die Leistungsfähigkeit der Spieler und damit den sportlichen Erfolg im Team.“ Bei akuten und gravierenderen Verletzungen werden die Betroffenen umgehend ins Uni-Klinikum Erlangen gebracht und dort behandelt. Zusätzlich bietet die Unfallchirurgie im Nachwuchsleistungszentrum der SpVgg Greuther Fürth zwei- bis dreimal wöchentlich eine spezielle Sprechstunde für die Spielvereinigung an.

Die Erlanger Ärztinnen und Ärzte stehen zudem in konstantem Austausch mit dem Physiotherapieteam der Fürther Kicker unter der Leitung von Chefphysiotherapeut Carsten Klee. „Die Physiotherapeuten sind eine unverzichtbare Schnittstelle zwischen der Mannschaft und uns. Da sie die meiste Zeit mit den Spielern verbringen, haben sie nicht nur das richtige Gespür für die Muskulatur der Sportler, sondern auch ein offenes Ohr für anderweitige Probleme. Dank ihnen wissen wir immer, wie es den Spielern gerade geht und wo es bei ihnen zwickt. Sie leisten unglaublich gute Arbeit“, erklärt Dr. Söllner.

Die Erlanger Unfallchirurginnen und Unfallchirurgen versorgen hauptsächlich muskuläre Beschwerden, gefolgt von Sprunggelenk- und Knieverletzungen. Klinikdirektor Prof. Perl betont: „Auch dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen unseres Radiologischen Instituts unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Uder steht dafür rund um die Uhr das gesamte universitäre Diagnostik- und Therapiespektrum zur Verfügung – von einem notfallmäßigen Kreuzband-MRT am Wochenende bis hin zu einer dringenden Operation.“ Prof. Dr. Dr. h. c. Heinrich Iro, Ärztlicher Direktor des Uni-Klinikums Erlangen, pflegt die Kooperation mit der SpVgg Greuther Fürth seit vielen Jahren sehr intensiv, weshalb die Profisportler am Uni-Klinikum Erlangen auch bei anderen Beschwerden stets optimal versorgt werden.

Im Bereich Leistungsdiagnostik werden Prof. Perl, Dr. Söllner und Dr. Oppel von „iQ-Move – Sport- und Bewegungsmedizin“ unterstützt. Die sportärztliche Untersuchungsstelle ist am Department für Sportwissenschaft und Sport der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg untergebracht. Unter der ärztlichen Leitung von Dr. Leonard Fraunberger übernimmt iQ-Move die gesamte sportmedizinische und kardiologische Leistungsdiagnostik – sowohl für die Fußball-Profis als auch für die Spielerinnen und Spieler des Fürther Nachwuchsleistungszentrums. Dazu gehören regelmäßige kardiologische Untersuchungen, Laufbandanalysen, Körperzusammensetzungsmessungen, Laktatkinetik und vieles mehr. Die Ergebnisse werden in engem Austausch mit dem Trainerstab, u. a. mit dem Athletiktrainer Michael Schleinkofer und den Mannschaftsärzten Dr. Söllner und Dr. Oppel, besprochen und analysiert, um eine optimale Belastungs- und Regenerationssteuerung zu ermöglichen.

Auch die Labordiagnostik ist im Leistungssport zentral: „Vor allem bei Profisportlerinnen und -sportlern kommt es auf eine perfekte Mikronährstoffversorgung an, zum Beispiel mit Magnesium, Eisen und Selen“, erklärt Dr. Söllner. „Herrscht da eine Unterversorgung, geht das auf Kosten der Leistungs- und der Regenerationsfähigkeit. Auch Infekte kommen dann häufiger vor.“ Dank der Kooperation mit dem Nürnberger Apotheker Wolfram Freidhöfer hat das medizinische Team deshalb immer im Blick, dass die Kleeblatt-Kicker regelmäßige Laboranalysen erhalten und hinsichtlich der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln beraten und individuell versorgt werden

„Durch dieses enge Zusammenspiel vieler engagierter Gesundheitspartnerinnen und -partner und die gute organisatorische Unterstützung durch das Teammanagement hat es unsere Mannschaft in der vergangenen Saison nahezu verletzungsfrei in die höchste Spielklasse Deutschlands geschafft. Daran wollen wir jetzt natürlich mit vollem Einsatz anknüpfen“, betont Dr. Söllner.

Knorpelforschung: Wie anfällig ist das Knie?

Begleitend laufen am Uni-Klinikum Erlangen regelmäßig Forschungsprojekte der Unfallchirurgie in Zusammenarbeit mit der Radiologie. Ganz aktuell: Mit dem noch neuen Verfahren der biochemischen Magnetresonanztomografie (MRT) stellen die Forschenden den Knorpelstoffwechsel im Knie dar. Damit wollen sie Bereiche identifizieren, in denen sich über kurz oder lang ein Knorpelschaden entwickeln könnte. Auf diese Weise sind Prognosen zur Leistungsfähigkeit der untersuchten Athletinnen und Athleten möglich. Weil es am Uni-Klinikum Erlangen MRT-Geräte mit einer hohen Feldstärke von bis zu 7 Tesla gibt, ist die Bildgebung extrem präzise. „Von dem, was wir im Leistungssport erforschen und erproben, profitiert zunächst die Spielvereinigung Greuther Fürth als unser Kooperationspartner“, sagt Prof. Perl. „Aber am Ende nützt dieses Wissen auch allen Freizeitsportlerinnen und -sportlern sowie allen anderen Patientinnen und Patienten, die mit Muskel- oder Gelenkbeschwerden in unsere Klinik kommen.“

Weitere Informationen:


Dr. Stefan Söllner
Telefon: 09131 85-33296
E-Mail: soellner.stefanatuk-erlangen.de

 

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